Müllprobleme

Hier in Nepal ist Müll so eine Sache. Man sieht ihn überall. In Kathmandu gab es Büsche oder Flecken, wo sich wilde Mülldeponien entwickelt hatten. In eine davon hatten sich sogar zwei Kühe verirrt und haben nach Futter gesucht. Hier auf dem Land sieht man weniger Müll, da hier ja auch weniger Leute wohnen, dennoch fällt es einem auf. Auf den Gehwegen liegen Verpackungen von diversen Produkten, ebenso in Gebüschen und am Straßenrand. So etwas wie eine Müllabfuhr gibt es hier wohl nicht. Oder man muss dafür soviel bezahlen, dass es sich die meisten Leute nicht leisten können.
Auch im Kloster fällt auf, dass sehr viel Müll herumliegt, obwohl es auf den Fluren Mülleimer gibt. Sogar in meinem Zimmer befindet sich ein kleiner Plastikeimer, den ich hier als Mülleimer benutze. Wobei ich nicht genau weiß, ob der dafür gedacht ist. Hier in meinem Zimmer liegt auch ein dicker Stock, dessen Nutzen ich noch nicht herausgefunden habe. 😉 Jedenfalls findet man hier neben den Wegen Müll und auch auf den Fluren im Gebäude. Essensreste findet man oft im Waschbecken im Badezimmer. Und zwar so, dass der Abfluss verstopft und sich das Wasser staut. Neben dem Großreinemachen einmal im Monat gibt es auch kleinere Putztrupps, die alle paar Tage für etwas Sauberkeit sorgen. Bis dahin steht aber das Wasser dann im Waschbecken und sammelt sich da weiter an.
Wie die Müllentsorgung hier im Kloster genau funktioniert, konnte ich übrigens neulich beobachten. In der Küche fällt einiges an Biomüll an, vom vielen Gemüseschälen. Der wird erst in großen Eimern gesammelt. Wenn der Eimer voll ist, wird dieser dann nach draußen getragen zu einem großen Deckel über einem Betonschacht. Am untern Ende des Betonschachts verläuft ein Rohr. Keine Ahnung wo das hinführt. Aber da wurde all das Zeugs reingekippt. Was mit dem restlichen Müll passiert, weiß ich nicht. Kann sein, dass das da auch reinkommt.
Beim Großreinemachen wurde übrigens auch ein Abfluss freigemacht, der aus Richtung der Küche kommt. Im Küchenbereich gibt es eine Art Waschstelle, wo man Teller, Töpfe und so weiter spülen kann. Auf der Außenseite des Gebäudes gibt es ebenfalls Waschhähne, wo die Mönche ihre eigenen Schalen und Teller und waschen. Das heißt, dort wird einiges an Reis aus Tellern und Schalen gespült. Dieses Wasser geht dann eine Rinne entlang, wo es dann an einer Stelle etwa 2 Meter herunterfällt, um dann ebenerdig mit der Ausfahrt weiter zu fließen. Diese Stelle vor dem 2-Meter-Sturz war aber anscheinend verstopft und wurde dementsprechend wieder frei gemacht. Keine Ahnung wie lange das nicht gemacht wurde. Es wurde jedenfalls viel Reis aus der Rinne geschaufelt und es hat richtig ekelig gestunken. Ich war froh, dass ich das aus der Entfernung beobachten konnte. 😉
In Privathäusern wird der Müll übrigens meistens vernichtet, in dem man alles auf einen Haufen legt und den Haufen dann anzündet. Oder das Zeugs kommt in eine Tonne und wird dort angezündet. Ich kann hier von meinem Fenster aus über ein Tal voller Reisfelder blicken, zu einer kleineren Stadt auf der gegenüberliegenden Seite. Da sieht man dann immer ganz gut die Rauchschwaden über der Stadt wabern. Ich passe da jedenfalls immer gut auf, wenn ich an so einem brennenden Haufen vorbeilaufe, damit ich nicht direkt durch den Qualm laufe. Brennender Müll soll ja recht ungesund sein. 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert