Neulich kam ein Mönch zu mir ins Zimmer und wollte mit mir darüber sprechen, dass er gerne sein Englisch verbessern möchte und ob ich Zeit für ihn habe. Er hat mir gesagt, wo er Probleme hat und wir haben dann ausgemacht, dass wir uns am nächsten Tag treffen, da es zu dem Zeitpunkt schon Abend war. Darüber hinaus sind wir dann noch so ein bisschen ins Gespräch gekommen, dass zunächst sehr oberflächlich war. Dann aber meinte er, dass er mir gerne ein paar Fragen stellen würde, die er vorher auch schon anderen Freiwilligen hier im Kloster gestellt hatte, aber die hatten ihm nicht sehr zufriedenstellende Antworten gegeben. Von dieser Einführung her, war ich schon recht gespannt darauf, was für Fragen er mir stellen wollte. Also habe ich gesagt, dass ich mir Mühe geben werde, seine Fragen so gut wie möglich zu beantworten. Und so ging es dann mit der ersten Frage los: “Glaubst du an die Wiedergeburt?”. Mit dieser Frage hatte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet und ich war mir unsicher wie ich darauf antworten sollte. Schließlich ist die Wiedergeburt ein zentrales Konzept im buddhistischen Glauben. Da meine Antwort nein lautet, habe ich mich ein wenig davor gedrückt, das so konkret zu formulieren. Als der Mönch mir dann aber mitgeteilt hat, dass er selbst nicht daran glaubt, war mir klar, dass das keine Art Fangfrage war, sondern das er eher an einem ehrlichen Austausch interessiert war. 🙂
In der Schule hatten wir mal eine kurze Einheit zum Buddhismus, trotzdem habe ich mir dazu ehrlich gesagt noch nie Gedanken gemacht. Danach folgten dann Fragen wie “Glaubst du an Gott?”, “Was ist Glaube?”, “Was ist das Ziel der Menschen?”, “Was ist der Sinn des Lebens?”. Also alles lauter Fragen über die es beliebig viele Ansichten gibt. Dennoch hat es mir Spaß gemacht, ihm diese Fragen zu beantworten, obwohl ich zwischendurch auch die Sorge hatte, dass ich vielleicht etwas sagen könnte, dass diesen Mönch dazu veranlasst, seinen Glauben oder seine Einstellung zum Glauben zu überdenken. Nicht dass es nachher heißt, ich bin Schuld, dass ein Mönch das Kloster verlassen hat oder so. 😉
Wir hatten dann am Ende des Gesprächs noch vereinbart, dass ich ihm dann beim nächsten Mal die gleichen Fragen stellen werde. Bisher gab es aber noch keine Gelegenheit dazu.
Später hat sich dann herausgestellt, dass er der Assistent des ersten Mönchs hier im Kloster ist. Er hat mir dann auch sehr dabei geholfen, zu organisieren, dass mein Unterricht im Kloster stattfinden kann. 😉
Philosophische Gespräche
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