Viele von euch kennen wahrscheinlich die Simpsons-Folge, in der die Simpsons nach New York fahren. Homer ist davon gar nicht begeistert, weil er dort bereits einmal war und sehr schlechte Erfahrungen gemacht hat. Der Rest der Simpsons-Familie kann es dagegen gar nicht abwarten, nach New York aufzubrechen.
Etwa so wie Homer ging es auch mir vor meinem erneuten Besuch in Kathmandu. Die allerersten Tage in Kathmandu hatten ein etwas geteiltes Bild hinterlassen. Dieses Mal sollte es aber nicht zu einer Gastfamilie gehen, sondern in ein Hotel in Thamel. Das ist die Touristen-Ecke von Kathmandu. Dort bin ich vorher ein paar Mal durchgelaufen oder mit dem Taxi durchgefahren. Und jetzt war der Plan, dort ein bisschen mehr Zeit zu verbringen und einfach mal Tourist sein. 🙂
Begleitet wurde ich bei dieser Reise von einer anderen deutschen Freiwilligen, die in der Nähe meines Klosters auf einer Farm arbeitet. Zu zweit haben wir uns dann Freitags auf den Weg gemacht, da man hier ja nur Samstags Wochenende hat.
Alleine schon die Hinfahrt nach Kathmandu war ein Abenteuer, denn wir sind mit einem Bus gefahren. Die Busse fahren nicht weit entfernt von meinem Kloster ab. Dort ist hier die Hauptstraße, die in die eine Richtung nach Pharping führt und in die andere Richtung nach Kathmandu. Auf der einen Seite befindet sich ein kleiner Platz, an dem alle Leute stehen, die auf den Bus warten, denn auf der anderen Straßenseite befindet sich so gut wie kein Seitenstreifen und damit auch kein Platz, um sich hinzustellen.
Uns wurde gesagt, dass die Busse in nicht allzu großen Abständen den ganzen Tag fahren würden. Und so war es dann auch. Während wir neben der Bushaltestelle auf einer Plattform eines nicht fertig gestellten Gebäudes saßen und gewartet haben, kamen innerhalb kurzer Zeit mehrere Busse vorbei. Der erste Bus war so proppevoll, dass wir es erst gar nicht versucht haben, dort einzusteigen. Allerdings hatte der seine Gesamtkapazität noch nicht erreicht, denn hier in Nepal ist es nicht unüblich, dass man sich auch schon mal auf das Dach des Busses setzt wenn im Innenraum kein Platz mehr ist. 😉
Auf dem Dach mitfahren wollten wir dann jedoch nicht und mit unseren Taschen wäre es etwas schwierig gewesen, noch in den Bus zu kommen. Der zweite Bus war dafür nicht so voll. Allerdings hätten wir dem Busfahrer ein Zeichen geben müssen, damit er anhält und uns mitnimmt. Was wir in dem Moment gemerkt haben, als der Bus ohne zu bremsen an uns vorbeigefahren ist. Daraus haben wir gelernt, sodass der dritte Bus dann auch tatsächlich angehalten hat. In diesem war dann auch Platz genug für uns 😉
Im Innern des Busses gab es links vom Mittelgang Sitzbänke für zwei Personen und rechts davon Sitzbänke die etwas größer waren, sodass mit ein wenig Quetschen auch drei Personen Platz nehmen können. Auf so einer 3er-Sitzbank habe ich dann noch ein Plätzchen neben zwei nepalesischen Schülerinnen gefunden, die dann nach ein paar Haltestellen bereits ausgestiegen sind. Das hat mir dann einen Fensterplatz verschafft, sodass ich während der Fahrt ein bisschen die Aussicht ins Tal genießen konnte.
Natürlich blieben die freien Plätze neben mir nicht lange unbesetzt, sodass wir unmittelbar danach erneut zu dritt waren. Da ich am Fenster saß, fiel mir auch die Aufgabe zu dem Wunsch meiner unmittelbaren Sitznachbarin nachzukommen, das Fenster zu schließen. Das war etwas schwieriger und hat mich für den Rest der Fahrt regelmäßig beschäftigt, da der Haken, der das Schiebefenster zuhalten soll, sich immer wieder durch das Ruckeln des Busses gelöst hat und das Fenster bei jedem Schlagloch erneut ein wenig aufgegangen ist. Irgendwann habe ich meine Armposition ein wenig verändert, sodass ich meinen Finger einfach die ganze Zeit so gehalten habe, dass das Fenster nicht aufgehen konnte.
Nach einer gewissen Weile habe ich dann gemerkt, wie der Kopf meiner Sitznachbarin immer mal wieder auf meiner Schulter zum liegen gekommen ist. Anscheinend habe ich meinen Job als Fensterschließer so gut gemacht, dass es der Frau gemütlich genug war, um ein kleines Nickerchen zu machen. 😀
Sobald man in Kathmandu rein kommt, merkt man, dass man wieder in einer größeren Stadt ist. Neben den üblichen kleinen Geschäften, konnte man auch immer mal wieder ein paar größere Geschäfte sehen. Dabei sogar einige, die man sich hier gar nicht so richtig vorstellen kann. Es gab beispielsweise ein Haus, in dem man Sanitäranlagen und Küchen kaufen konnte. Das Haus hat von außen einen sehr westlichen Eindruck gemacht, sodass es nicht weiter auffallen würde, wenn man es in irgendeiner Stadt in Deutschland sehen würde. Auch die ausgestellten Küchen oder Badezimmer könnte man sich gut in jedem westlichen Haus vorstellen. Ein kleines Stück Heimat hatte dieses Haus dann sogar für mich parat, denn an der Fassade war deutlich zu lesen, dass es dort auch Küchen von „Häcker“ zu kaufen gibt.
Bei der Ankunft in Kathmandu stellte sich dann nur noch die Frage an welcher Haltestelle wir aussteigen mussten. Neben dem Busfahrer gab es noch zwei Begleitpersonen, die zu dem Bus gehörten. Der eine von denen hat regelmäßig etwas gesagt, wo meine Vermutung, dass es die Namen der Haltestellen sind. Allerdings hatte ich vorher gehört, dass der Bus nicht direkt bei Thamel hält, sondern man von der Station wo man aussteigt etwa 15 bis 20 Minuten zu Fuß gehen muss.
Nach dem ich dann nachgefragt hatte, wo wir denn aussteigen müssten, hatten uns ein paar Männer versucht zu erklären wie wir am besten an unser Ziel kommen. Davon habe ich jedoch leider nicht allzu viel verstanden, da es im Innenraum des Busses sehr laut war. Wir sind dann einfach an der zentralen Busstation ausgestiegen, da meine Begleiterin die Gegend wieder erkannt hat. Sie war vorher schon mal an dieser Station und hatte dementsprechend eine gewisse Vorstellung wie man von da aus, dann zu unserem Ziel kommt.
Wir haben uns dann durch die Menschenmassen bewegt und jedes Mal wenn wir an einer uns unbekannten Kreuzung ankamen, haben wir nachgefragt wie es weiter geht. Sodass wir dann irgendwann endlich am Ziel waren und in dem Viertel „Thamel“ angekommen sind. Dort mussten wir dann nur noch ein Hotel finden, dass uns für die darauffolgende Nacht aufnehmen konnte. 😉
Fortsetzung folgt…
