Archiv des Monats: April 2026

Rezension: Hamnet

Bewertung: 6 – Hervorragend: Richtig gut, klare Empfehlung

William Shakespeare als Person ist und bleibt ein gewisses Mysterium. Das meiste was man über diesen Mann weiß, stammt aus öffentlichen Dokumenten oder aus Referenzen von anderen Autoren aus seiner Zeit. Das eröffnet einen großen Raum für Interpretationen und Vermutungen über das Leben von Shakespeare und seine Werke.

Bevor ich den Film „Hamnet“ gesehen habe, hatte ich schon gelesen, dass der Film eine Verbindung zwischen dem Theaterstück Hamlet und dem mit 11 Jahren verstorbenen Sohn von William Shakespeare, Hamnet, herstellt. Auf Grund dessen hatte ich vermutet, dass das Theaterstück einen Großteil des Films ausmacht. Die Vermutung war nicht richtig. Stattdessen hat sich der Film viel Zeit gelassen, das Leben von Shakespeare und seiner Frau Agnes darzustellen. Der Film erzählt in sehr ruhigen Bildern vom Kennenlernen der beiden, über die Hochzeit bis hin zum Familienleben mit drei Kindern. Man erhält einen Einblick in das Leben im Spätmittelalter und in die Anfänge und den Erfolg von Shakespeares Schaffen. Dramatisch wird es dann als zuerst das jüngste Mädchen schwer erkrankt und anschließend der einzige Sohn, Hamnet. Wie zuvor erwähnt verstirbt Hamnet leider, welches einen dramatischen Bruch im Leben der Familie darstellt. Im letzten Abschnitt des Films geht es dann um die Trauer der beiden Eltern und wie verschieden sich diese äußert bzw. wie verschieden Agnes und William die Trauer verarbeiten. Ein wichtige Rolle nimmt hierbei das Theaterstück Hamlet ein.

Die ruhige Erzählweise, das glückliche Familienleben, das Drama um die erkrankten Kinder und die Trauer der Eltern haben mich insgesamt berührt. Die Schauspieler sind hervorragend. Nicht umsonst hat die Darstellerin der Agnes einen Oscar bekommen für ihre Leistungen bekommen. Die Bilder sind stark gewählt und auch die Verbindung zwischen dem Sohn und dem Stück Hamlet ist authentisch und nachvollziehbar erzählt (wenn auch durch keine Quellen belegt). Meine Begleitung und ich haben uns noch eine ganze Weile nach dem Film darüber unterhalten. Als Familienväter sind uns manche Szenen besonders im Gedächtnis geblieben.

Alles in allem ist dieser Film nicht nur etwas für Shakespeare-Kenner, sondern ein richtig guter, emotionaler Film. Für mich eine ganz klare Empfehlung!

PS: Einen guten Artikel zum Film, bzw. Agnes und Shakespeares Sohn habe ich noch bei der BBC gefunden.