Alltag in Nepal – Teil 2

Obwohl hier überall zu sehen ist, dass Nepal ein armes Land ist, gönnen sich manche Nepalesen dennoch den ein oder anderen Luxus. So hatte meine Gastfamilie beispielsweise einen schicken Flachbildfernseher im Wohnzimmer stehen. Die Töchter hatten Smartphones und hier im Kloster haben ebenfalls viele Mönche Smartphones und/oder Laptops. Das ist auf jeden Fall ein starker Gegensatz, den man so nicht erwarten würde wenn man sich hier umschaut.

In der Gastfamilie habe ich den Eindruck gewonnen, dass das familiäre Zusammensein enorm wichtig ist. Die Töchter sind zwar einen Großteil des Tages in der Schule bzw. dem College unterwegs gewesen, dafür hat man dann aber abends zusammen viel Zeit verbracht. Sei es auf der Dachterasse, in der Küche oder in einem anderen Zimmer. Am letzten Abend beispielsweise habe ich noch mal einen Fernsehabend zusammen mit der Familie verbracht. Nachdem ich mein Gastgeschenk (eine kleine Flasche Jägermeister 😉 ) an den Hausherren übergeben hatte, setzten wir uns alle ins Wohnzimmer. Ich bekam einen selbsthergestellten Schnaps hingestellt und wir guckten uns indische Soaps an. Indische Soaps sind übrigens sehr lustig anzugucken, da die Bildsprache eine vollkommen andere ist als zum Beispiel bei einer deutschen Soap. Alles wirkt dramatischer, da viel mit dramatisierender Musik gearbeitet wird und mit Sequenzen, deren Geschwindigkeit reduziert ist. Zum Beispiel in besonders dramatischen Momenten zwischen zwei Darstellern, werden beide in Großaufnahme mehrfach hintereinander gezeigt und dazu spielt eine Spannung erzeugende indische Musik. 😀

Zur Begrüßung sagt man hier “Namaste”. Dazu legt man die Handflächen vor dem Oberkörper aneinander und verbeugt sich leicht. Wenn es etwas informeller sein soll – um zum Beispiel Freunde oder Bekannte zu begrüßen – reicht es auch aus, einen Arm zu heben oder zu nicken. Grundsätzlich grüßen die Jungen die Älteren oder gesellschaftlich Höherstehenden zuerst. “Namaste” bedeutet übersetzt so etwas wie “Ich verbeuge mich vor dem Gott in dir”.

Die linke Hand wird hier in Nepal etwas vernachlässigt, da sie als unrein gilt, was unter anderem mit den von mir vorher beschriebenen Bad-Gewohnheiten zu tun hat. Beim Essen hat hier jeder seine linke Hand auf dem Schoß liegen.

In Nepal gibt es übrigens andere Monate und Jahre als in Deutschland. Ein nepalesischer Monat umfasst beispielsweise die Hälfte vom Januar und die Hälfte vom Februar. Auch wird hier das Neujahr an einem anderen Tag begangen als bei uns.

Pünktlichkeit ist hier im Übrigen auch bei den meisten ein Fremdwort. So habe ich beispielsweise erlebt, dass jemand einen Termin hatte und dazu eigentlich hätte aufbrechen müssen, um pünktlich zu sein. Anstatt dessen gab es dann noch einen Tee, etwa fünf Minuten bevor der Termin beginnen sollte.

Sorry, aber irgendwie sind mir so viele Dinge eingefallen, dass es auch dieses Mal nicht für die versprochene mystische Legende reicht. Dafür gibt’s dann beim nächsten Mal zwei bis drei 😉

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