Bereits im Vorfeld hatte ich einmal im Internet geguckt, wie die Preise für ein Hotelzimmer in Thamel sind. Die Preise waren für nepalesische Verhältnisse natürlich recht hoch, im Vergleich zu Übernachtungsmöglichkeiten in anderen Touristengebieten dagegen aber recht günstig. Meine einzige Bedingung war auch nur, dass es eine warme Dusche gibt. Mehr wollte ich gar nicht. 😉
Und so sind wir dann im „Deutsch House“ fündig geworden. Da haben wir pro Person 450 Rupie gezahlt, was umgerechnet etwas mehr als 3 € sind. Dafür gab es dann aber auch keine Mahlzeiten. Um diese zu bekommen, hätten wir zu einem Restaurant gehen müssen, dass irgendwo anders war, aber gleichzeitig dem gleichen Typen gehört wie das Hotel. Auf die Nachfrage wie es zu der Namensgebung gekommen ist, konnte man uns irgendwie keine richtige Antwort geben 😉
Nach diesem ersten Ankommen, haben wir uns dann daran gemacht, die nähere Umgebung zu erkunden. Meiner Meinung nach lag das Hotel recht zentral. Allerdings fällt es mir schwer, mich in dieser Stadt zu orientieren. Selbst in dem Viertel hätte ich mich wahrscheinlich ein paar Mal verlaufen. Ganz in der Nähe von unserem Hotel gab es die „Pumpernickel Bakery“. Wenn ihr jemals in Thamel sein solltet und die Wochen zuvor nur Reis, Gemüse und Roti bekommen habt, solltet ihr diese Bäckerei auf jeden Fall besuchen. Es gibt dort zwar kein Pumpernickel, dafür aber leckere Brötchen, Croissants und Kuchen. Dementsprechend war ich auch mehrmals dort und habe mir ein paar Sachen mit zum Kloster genommen. 😉
Unmittelbar gegenüber beginnt die einzige Fußgängerzone Kathmandus. Dabei handelt es sich um eine kleine Gasse, die sich zwischen ein paar Häusern und Restaurants schlängelt. Alles sieht sehr schick und edel aus. Am einen Ende gab es ein Restaurant, das „New Orleans“. Nachdem wir festgestellt hatten, dass dieses Restaurant direkt neben unserem Hotel ist, haben wir dort zu Abend gegessen. 🙂
Ebenfalls relativ nah war ein Supermarkt, der seinen Namen endlich mal verdient. Auf zwei Etagen hat der Laden ein riesiges Produktangebot, was man hier bei mir am Kloster oder selbst in Pharping nicht findet. Zumindest nicht in dem Umfang alles am selben Ort. Und das war sogar das erste Geschäft, in dem ich war, in dem es so etwas wie eine computerunterstützte Kasse gab. Und wie gesagt, hier gab es alles: Getränke (alkoholisch und nicht-alkoholisch), Süßigkeiten, Lebensmittel, Hygieneartikel, Schreibwaren, Haushaltsgegenstände (Töpfe, Schüsseln,…) und vieles vieles mehr. Wenn der Weg nicht so weit wäre, würde ich da immer einkaufen auch wenn der Preis etwas teurer als in Pharping ist. Ich hab mir jedoch nur ein paar Kleinigkeiten geholt. Unter anderem eine Dose nepalesisches Bier, das sehr lecker war. 😉
In ganz Thamel gibt es super viele Buchläden. Das ist mir ein wenig zum Verhängnis geworden, denn hier sind die Bücher sehr günstig. Auch wenn die Bücher alle nicht sortiert sind, findet man schnell interessante Exemplare, wo man bei den Preisen eigentlich nicht lange überlegt ob man das Buch mitnehmen sollte. So kam es, dass ich mir insgesamt acht Bücher gekauft habe, für die ich umgerechnet 30€ bezahlt habe. In Deutschland hätte ich dafür vermutlich mindestens das dreifache bezahlt. Im Nachhinein ist mir dann der Gedanke gekommen, dass ich hätte ausrechnen sollen, wie teuer es wird, mit Übergepäck zurückzureisen. Das werde ich nämlich mit Sicherheit haben. Vielleicht war es also gar keine so gute Idee, sich diese Schnäppchen zu besorgen. 😉
Es gibt noch einen weiteren Nachteil: Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher gewesen, ob das alles legale Drucke waren oder man die Bücher einfach nachgedruckt hat. Den Gedanken hatte ich unter anderem, als mir ein Buch aufgefallen ist, bei dem es einen Schreibfehler im Titel gab. 😀
In Thamel gibt es neben diesen vielen Buchläden auch jede Menge andere Läden mit Souvenirs. Da habe ich dieses Mal noch nicht zugeschlagen. Denn ich werde wohl noch mal nach Kathmandu fahren und dann diesen weiteren Besuch dazu nutzen, Souvenirs einzukaufen.
Meine Begleiterin hat das dieses Mal schon getan, da sie nicht genau wusste, ob sie noch mal nach Kathmandu reist. Während sie dann in dem einen oder anderen Laden um den Preis gefeilscht hat, habe ich mich draußen aufgehalten und habe mir da einfach die vorbeilaufenden Leute angeguckt. Dabei habe ich zum Beispiel ein kleines Verkehrschaos beobachtet. In Thamel sind die Gassen sehr eng und aus einer noch viel engeren Gasse wollte ein kleiner Pickup-Truck fahren. Der konnte jedoch nicht auf die Straße, weil die voll war. Ein anderes Auto wollte in die kleine Gasse, konnte da aber wegen dem Truck nicht rein. Dieses Auto hat dann jedoch die Weiterfahrt für die entgegenkommenden Fahrzeuge verhindert. Alle Motorradfahrer wollten sich da irgendwie an diesem Schlamassel vorbeiquetschen und haben es damit noch verschlimmert. Und dazu gab es dann auch noch Rikscha-Fahrer, Fußgänger und ein Mann mit einem Handkarren. Für mich als Außenstehender war es sehr lustig zu beobachten wie sich dieses Chaos entwickelt und wie mindestens sechs Personen versucht haben, das Chaos aufzulösen. Nach einigem Hin und Her ging es dann auch irgendwann tatsächlich weiter 😉
Auf Grund der engen Gassen, wurde ich sogar zweimal von Autos angefahren. Beide Male hat mich der Rückspiegel am Arm gestreift. Allerdings ohne mir weh zu tun, da die Autos nur sehr langsam fahren können.
Beim Warten ist mir noch etwas anderes aufgefallen: In Thamel scheint es Drogen im Überfluss zu geben. Kaum steht man länger als 5 Minuten auf einem Fleck, kommt schon jemand und will einem Drogen verkaufen. Ich habe diese Angebote stets mit einem freundlichen Lächeln abgelehnt. Am lustigsten waren hierbei die Rikscha-Fahrer, die einen erst gefragt haben ob man mitfahren möchte und wenn sie dann ganz nah bei einem waren, kam noch die Frage “Smoke?” hinterher geschoben. 😀
Am Samstag haben wir unser Frühstück in der „Pumpernickel Bakery“ eingenommen. Ich hatte ein amerikanisches Frühstück zu dem es neben Bacon auch kleine Würstchen gab. Das war das erste Mal seit dem Aufenthalt in der Gastfamilie, dass ich Fleisch gegessen habe.
Ein besonderes Highlight dieses Aufenthaltes in Kathmandu war die warme Dusche im Hotel. Im Zimmer hat die warme Dusche nicht funktioniert, aber dafür gab es ein Gemeinschaftsbad. Es war herrlich endlich mal wieder warmes Wasser zum Waschen nutzen zu können ;). Ich hätte da viele Stunden stehen können wenn ich die Zeit gehabt hätte. Die Konstruktion dieses Bads war allerdings etwas abenteuerlich: Auf dem Flur stand eine Gasflasche, von der ein Schlauch zu einer Therme im Badezimmer führt. Man musste dann einen Hebel im Badezimmer umlegen, damit das Wasser in die Therme fließt. Genau in dem Moment sprang diese dann auch an und hat das Wasser erhitzt. Die Temperatur ließ sich dann mit einem Regler verändern. Bei meinem Versuch die Temperatur einzustellen gab es dann erst eine kleine Stichflamme 😀
Anschließend haben wir uns Patan angesehen, welches das älteste Viertel in Kathmandu ist. Dieses Viertel wurde zum Weltkulturerbe ernannt und hat ein paar echt schöne und ruhige Ecken. Was hier vor allem auffällt ist die Kunstfertigkeit an den alten Häusern. Für diese Kunstfertigkeit im Umgang mit Holz ist das Viertel auch unter anderem berühmt. Anders als in Thamel, wo man größtenteils nur Touristen begegnet, trifft man hier auch auf Einheimische, die ganz normal einkaufen gehen oder in einer Werkstatt ihrer Arbeit nachgehen.
Am Ende unseres Kathmandu-Ausfluges haben wir uns wieder zum Busbahnhof begeben, um dann den Rückweg anzutreten. Dieses Mal haben wir ohne Probleme einen Sitzplatz bekommen, da der Busbahnhof die Abfahrtsstelle des Busses war. Allerdings hatte man dort sehr sehr wenig Platz für die Beine 😉
Und so wie Homer am Ende der von mir erwähnten Simpsons-Folge den Müll eines vor ihm fahrenden Müllwagen abbekommt, habe ich bei der Rückfahrt das ein oder andere Mal Staub abbekommen, da das Fenster in der Reihe vor mir sich nicht richtig schließen ließ. 😀
Wie gesagt, in zwei Wochen werde ich wohl nochmal nach Kathmandu aufbrechen und am Ende meines Aufenthaltes in Nepal werde ich nochmal ein oder zwei Tage zusammen mit der Organisation in Kathmandu sein. Genug Zeit, um weitere Eindrücke dieser Stadt zu sammeln 😉
