In den vorherigen Artikeln bin ich ja bereits kurz auf das alltägliche Leben in Nepal eingegangen. Dieser Artikel soll jetzt etwas ausführlicher beschreiben wie das Leben hier in Nepal so aussieht.
Wenn man durch die Straßen von z.B. Kathmandu fährt, wird man überall mit ärmlichen Verhältnissen konfrontiert. Abgesehen von einigen Häusern in denen sich Einkaufsmöglichkeiten für Touristen befinden, wirkt alles recht simpel und einfach gebaut. Bei manchen Häusern befindet sich das Obergeschoss noch im Bau, während im Erdgeschoss bereits gewohnt wird. Meine Vermutung war, dass hier das Geld vielleicht nur für den Anfang – also das Erdgeschoss – gereicht hat und der Rest dann fertiggestellt wird, sobald genügend Geld dafür da ist.
Die Häuser werden hier übrigens ohne die Hilfe eines Krans gebaut. Jeder Stein wird manuell die Treppen hoch in das jeweilige Stockwerk getragen. Als Gerüst und zur Abstützung von Decken oder Vorsprüngen, dienen dabei Bambusstangen.
Wie ich bereits beschrieben habe, sind die Straßen voller Autos und Motorrädern. Nur die wenigsten Autos sind modernere Modelle und haben dementsprechend einen Rußpartikelfilter. Alle anderen Autos verbreiten ihre Abgase ungefiltert in die Luft. Die meisten Autos, zumindest die Taxis, die ich bisher von innen gesehen habe, würden eine TÜV Untersuchung nicht überstehen.
Neben den Straßen stehen, gehen oder sitzen viele Menschen und gehen ihren Tagesgeschäften nach. Sei es als Straßenverkäufer oder in einer kleinen Werkstatt. Auch in diesen Werkstätten wird vieles ohne die Hilfe von Maschinen erledigt. Manche Menschen haben nichts zu tun und sitzen oder liegen in der Sonne.
Wie ich schon angedeutet habe, ist der Aspekt der Hygiene in Nepal ein großes Problem. Man muss höllisch aufpassen was man isst und trinkt. Das betrifft nicht nur Touristen. Meine Gastfamilie hat nur Wasser aus ihrem großen Wasserfilter getrunken, da das Leitungswasser nur genießbar ist wenn es vorher abgekocht oder chemisch gefiltert wurde. In der Nähe der Gastfamilie gibt es einen kleinen Fluss, der vollkommen zugemüllt ist, sodass das Wasser darin mehr oder weniger giftig ist. Nichtsdestotrotz gibt es Menschen, die in diesem Fluss an manchen Stellen ihre Wäsche waschen.
Es besitzt auch nicht jeder eine eigene Toilette oder ein eigenes Bad, um sich zu Hause zu waschen. Dazu holt man sich dann Wasser in einem Eimer und wäscht sich dann neben dem Haus. In meiner Gastfamilie und in dem Kloster ist glücklicherweise beides vorhanden, allerdings gibt es auch hier gewisse Herausforderungen. So gab es in der Gastfamilie beispielsweise normale Kloschüsseln, aber kein Klopapier, da die Abflussrohre dafür teilweise nicht ausgelegt sind. Im Kloster dagegen darf ich Klopapier nutzen, allerdings gibt es hier wiederrum keine Kloschüsseln, sondern nur Löcher im Boden, über die man sich hockt. In beiden Fällen gibt es direkt neben den Klos einen Wasserhahn bzw. einen kleinen Duschkopf, mit dem man sich dann reinigen kann.
Hier in Nepal ist vor allem der Hinduismus sehr weit verbreitet. Man merkt, dass Religion das tägliche Leben der Menschen prägt und beeinflusst. So hatte meine Gastfamilie beispielsweise nicht nur in der Wohnung einige kleinere Statuen von hinduistischen Gottheiten, sondern auch im Dachgeschoss einen kleinen Schrein. An diesem Schrein wird täglich gebetet. Auch in der Stadt begegnet man immer wieder Schreinen und Stupas, wo die Menschen für einen kurzen Augenblick innehalten und beten. Zusätzlich gibt es hier zu fast allem eine mystische Geschichte. Davon dann beim nächsten Mal mehr ;)…
