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Frohe Weihnachten!

Ich wünsche euch frohe Weihnachten und eine schöne Bescherung! 🙂

Mein Heiligabend sieht heute so aus, dass ich mir zur Feier des Tages mal etwas Cola aus dem nahegelegenen Kiosk gönnen werde 😉

Lasst euch von eurer Familie besonders kräftig drücken und genießt die besinnliche Zeit! 🙂

Liebe Grüße aus Nepal!

Alltag in Nepal – Teil 2

Obwohl hier überall zu sehen ist, dass Nepal ein armes Land ist, gönnen sich manche Nepalesen dennoch den ein oder anderen Luxus. So hatte meine Gastfamilie beispielsweise einen schicken Flachbildfernseher im Wohnzimmer stehen. Die Töchter hatten Smartphones und hier im Kloster haben ebenfalls viele Mönche Smartphones und/oder Laptops. Das ist auf jeden Fall ein starker Gegensatz, den man so nicht erwarten würde wenn man sich hier umschaut.

In der Gastfamilie habe ich den Eindruck gewonnen, dass das familiäre Zusammensein enorm wichtig ist. Die Töchter sind zwar einen Großteil des Tages in der Schule bzw. dem College unterwegs gewesen, dafür hat man dann aber abends zusammen viel Zeit verbracht. Sei es auf der Dachterasse, in der Küche oder in einem anderen Zimmer. Am letzten Abend beispielsweise habe ich noch mal einen Fernsehabend zusammen mit der Familie verbracht. Nachdem ich mein Gastgeschenk (eine kleine Flasche Jägermeister 😉 ) an den Hausherren übergeben hatte, setzten wir uns alle ins Wohnzimmer. Ich bekam einen selbsthergestellten Schnaps hingestellt und wir guckten uns indische Soaps an. Indische Soaps sind übrigens sehr lustig anzugucken, da die Bildsprache eine vollkommen andere ist als zum Beispiel bei einer deutschen Soap. Alles wirkt dramatischer, da viel mit dramatisierender Musik gearbeitet wird und mit Sequenzen, deren Geschwindigkeit reduziert ist. Zum Beispiel in besonders dramatischen Momenten zwischen zwei Darstellern, werden beide in Großaufnahme mehrfach hintereinander gezeigt und dazu spielt eine Spannung erzeugende indische Musik. 😀

Zur Begrüßung sagt man hier “Namaste”. Dazu legt man die Handflächen vor dem Oberkörper aneinander und verbeugt sich leicht. Wenn es etwas informeller sein soll – um zum Beispiel Freunde oder Bekannte zu begrüßen – reicht es auch aus, einen Arm zu heben oder zu nicken. Grundsätzlich grüßen die Jungen die Älteren oder gesellschaftlich Höherstehenden zuerst. “Namaste” bedeutet übersetzt so etwas wie “Ich verbeuge mich vor dem Gott in dir”.

Die linke Hand wird hier in Nepal etwas vernachlässigt, da sie als unrein gilt, was unter anderem mit den von mir vorher beschriebenen Bad-Gewohnheiten zu tun hat. Beim Essen hat hier jeder seine linke Hand auf dem Schoß liegen.

In Nepal gibt es übrigens andere Monate und Jahre als in Deutschland. Ein nepalesischer Monat umfasst beispielsweise die Hälfte vom Januar und die Hälfte vom Februar. Auch wird hier das Neujahr an einem anderen Tag begangen als bei uns.

Pünktlichkeit ist hier im Übrigen auch bei den meisten ein Fremdwort. So habe ich beispielsweise erlebt, dass jemand einen Termin hatte und dazu eigentlich hätte aufbrechen müssen, um pünktlich zu sein. Anstatt dessen gab es dann noch einen Tee, etwa fünf Minuten bevor der Termin beginnen sollte.

Sorry, aber irgendwie sind mir so viele Dinge eingefallen, dass es auch dieses Mal nicht für die versprochene mystische Legende reicht. Dafür gibt’s dann beim nächsten Mal zwei bis drei 😉

Kein Schnee, kein Strom, kein Atem

Ich habe mich danach erkundigt, ob es hier im Winter noch schneien wird. Und obwohl wir hier auf ca. 1300m über NN sind, wird hier kein Schnee fallen. Das heißt, dass ich dieses Jahr definitiv keine weißen Weihnachten erleben werde. 😉

Die oben genannte Höhe merkt man auch schnell wenn man hier spazieren geht. Da das Kloster auf einer Anhöhe liegt, kommt man nicht drum rum den Berg hoch zu müssen wenn man nach der Wanderung wieder zum Kloster zurück möchte. Dabei merkt man sehr schnell, dass die Luft hier dünner ist, da man schon nach kurzer Zeit schneller außer Atem ist als man es von Deutschland gewohnt ist. Ansonsten habe ich aber jetzt so im Alltag noch keine Besonderheiten gespürt, was die Höhe betrifft.

Neben der Tatsache, dass es hier im Winter nicht schneit, gibt es noch ein anderes Merkmal des Winters hier in Nepal: regelmäßige Stromabschaltungen. Das ist das sogenannte “Load Schedding”. Am Anfang der Winterzeit, ist der Strom nur für wenige Stunden am Stück abgeschaltet. Je weiter der Winter dann voran schreitet, desto länger bleibt es dunkel. Zu Spitzenzeiten wahrscheinlich insgesamt 14-16 Stunden am Tag. Tagsüber ist das kein großes Problem, da man das Tageslicht nutzen kann. Nachts jedoch ist es hier im Kloster stockfinster und da das Kloster keinen eigenen Generator hat, bleibt es das auch. Glücklicherweise habe ich meine Taschenlampe mitgebracht, sodass ich zumindest mir selbst den Weg leuchten kann. 😉

Harry Potter, Träume und der erste Unterricht

Eigentlich bin ich ja hier, um Englisch zu unterrichten oder auch andere Fächer wie Mathe und Informatik, aber bisher ist es dazu nicht gekommen. Letzte Woche, als ich hier ins Kloster eingezogen bin, hatten alle Mönche Prüfungen über mehrere Tage, sodass es dort keinen Unterricht gab. Ich dachte dann, dass der Unterricht im Kloster diese Woche losgeht und ich spätestens am Dienstag mit den ersten Unterrichtsstunden beginnen kann. Das war aber eine Fehleinschätzung, denn in Kathmandu gibt es ein großes Fest, dass über mehrere Tage geht. Im Buddhismus gibt es insgesamt vier verschiedene Zweige (ähnlich wie Katholizismus und Protestantismus im Christentum). Und in Kathmandu bei der größten Stupa Nepals, wo alle vier Richtungen vertreten sind, findet jetzt dieses Fest statt, da ein hoher Geistlicher aus einer dieser Richtungen wiedergeboren wurde. Das Fest fing Sonntag an und endet jetzt heute am Dienstag. Damit findet mein erster Unterricht hier im Kloster also frühestens Mittwoch, wenn nicht sogar erst am Donnerstag statt, da ich noch mit dem Mönch sprechen muss, der für den Unterricht zuständig ist. Der hatte bisher keine Zeit für mich. Während dieses Festes sind weniger als 20 Mönche hier im Kloster verblieben. Und ich natürlich ;). Die verbliebenen Mönche beschäftigen sich hier währenddessen mit Fußball spielen, Musik hören, schlafen, lesen und faulenzen. Ein paar Räume neben meinem Zimmer hat ein anderer Lehrer sein Zimmer. Da läuft im Moment Harry Potter, was ich an der Musik erkannt habe, da es sich um eine nepalesische Synchronisation handelt. Vor dem Zimmer sind viele Kindersandalen von den kleinen Mönchen versammelt, die alle bei ihm im Zimmer hocken, um fernzusehen. Zumindest solange der Strom da ist. 🙂

Gestern gab es dann spontan doch noch die Möglichkeit auf andere Art und Weise den Unterricht zu beginnen. Der Projektkoordinator kam kurzfristig vorbei. Der Grund dafür war, dass eine andere Freiwillige, die mit mir zusammen angefangen hat, Probleme in ihrem Kloster hatte und er sich um sie gekümmert und dann noch einen Abstecher zu mir gemacht hat. Bei ihr im Kloster ist wohl nachts ein anderer Lehrer betrunken ins Kloster zurückgekommen und hat dann noch an ihre Tür geklopft und sie belästigt. Sie wird das Kloster jetzt heute verlassen und sich überlegen wie es weiter geht. Der Projektkoordinator hatte mir dann angeboten, dass ich das Kloster wechseln könnte wenn ich wollte. Ich werde aber erstmal hier bleiben und gucken wie es so läuft. Falls ich irgendwann merke, dass ich hier nicht mehr bleiben möchte, kann ich immer noch in ein anderes Kloster oder zu einer nahegelegenen Gastfamilie. Ich hab ihm daraufhin erzählt, dass ich hier noch keinen Unterricht gegeben habe, bis auf ein paar kleinere Sachen, wo Mönche auf mich zugekommen sind und zum Beispiel unbedingt einen englischen Text lesen oder etwas zu Computern wissen wollten. Er meinte, dass ich auch hier in einer nahegelegenen Schule der Gemeinde unterrichten könnte. Also sind wir dorthin und haben uns umgesehen und mit dem Direktor gesprochen. Wir haben vereinbart, dass ich heute eine Englisch-Stunde geben werde und wir von Tag zu Tag gucken wie das mit dem Unterricht im Kloster vereinbart werden kann. Ich bin mal gespannt wie das wird. 😉

Mir ist übrigens aufgefallen, dass ich hier noch keine Nacht erlebt habe, in der ich nicht irgendwas geträumt habe. Oftmals träumt man ja etwas und hat es am nächsten Morgen wieder vergessen, aber hier sind die Träume recht umfangreich und intensiv. Ich kann mich eigentlich jeden Tag daran erinnern was ich in der Nacht geträumt habe. Zum Beispiel hatte ich neulich einen lustigen Traum:
Ich habe bei der Serie “How I Met Your Mother” mitgespielt. Ich habe in einer Szene mitgespielt, in der Britney Spears einen Gastauftritt hatte und sich auf Ted gestürzt hat, um ihn zu küssen. Kurz danach hat sie sich dann auf mich gestürzt, um das gleiche zu tun. Doch das war dann nicht mehr Britney Spears, sondern Marshall in einer schlecht sitzenden Perücke, mit verschmiertem Make-Up und einem schlecht sitzenden Kleid. Bevor irgendwas passiert ist, war die Folge dann jedoch vorbei. Ted hat dann noch in die Kamera gesagt, dass damit auch die aktuelle Staffel vorbei ist und er sich bei allen Mitwirkenden und Fans bedankt. Dann ist er auf ein riesiges Skateboard geklettert, dass ungefähr die Ausmaße eines Monster Trucks hatte. Das Skateboard konnte er dann von oben per Joystick steuern und ist damit durch eine Straßenkulisse gebrettert. Sehr verrückt das Ganze. 😉

Nachtrag:
Kurz vor Mittagessen habe ich eine SMS vom Projektkoordinator bekommen. In Nepal ist heute ein „unerwarteter Ferientag“. Was auch immer das zu heißen hat. Bedeutet für mich, dass ich heute auch wieder keinen Unterricht geben werde, sondern vielleicht morgen 😉

Alltag in Nepal – Teil 1

In den vorherigen Artikeln bin ich ja bereits kurz auf das alltägliche Leben in Nepal eingegangen. Dieser Artikel soll jetzt etwas ausführlicher beschreiben wie das Leben hier in Nepal so aussieht.

Wenn man durch die Straßen von z.B. Kathmandu fährt, wird man überall mit ärmlichen Verhältnissen konfrontiert. Abgesehen von einigen Häusern in denen sich Einkaufsmöglichkeiten für Touristen befinden, wirkt alles recht simpel und einfach gebaut. Bei manchen Häusern befindet sich das Obergeschoss noch im Bau, während im Erdgeschoss bereits gewohnt wird. Meine Vermutung war, dass hier das Geld vielleicht nur für den Anfang – also das Erdgeschoss – gereicht hat und der Rest dann fertiggestellt wird, sobald genügend Geld dafür da ist.
Die Häuser werden hier übrigens ohne die Hilfe eines Krans gebaut. Jeder Stein wird manuell die Treppen hoch in das jeweilige Stockwerk getragen. Als Gerüst und zur Abstützung von Decken oder Vorsprüngen, dienen dabei Bambusstangen.

Wie ich bereits beschrieben habe, sind die Straßen voller Autos und Motorrädern. Nur die wenigsten Autos sind modernere Modelle und haben dementsprechend einen Rußpartikelfilter. Alle anderen Autos verbreiten ihre Abgase ungefiltert in die Luft. Die meisten Autos, zumindest die Taxis, die ich bisher von innen gesehen habe, würden eine TÜV Untersuchung nicht überstehen.

Neben den Straßen stehen, gehen oder sitzen viele Menschen und gehen ihren Tagesgeschäften nach. Sei es als Straßenverkäufer oder in einer kleinen Werkstatt. Auch in diesen Werkstätten wird vieles ohne die Hilfe von Maschinen erledigt. Manche Menschen haben nichts zu tun und sitzen oder liegen in der Sonne.

Wie ich schon angedeutet habe, ist der Aspekt der Hygiene in Nepal ein großes Problem. Man muss höllisch aufpassen was man isst und trinkt. Das betrifft nicht nur Touristen. Meine Gastfamilie hat nur Wasser aus ihrem großen Wasserfilter getrunken, da das Leitungswasser nur genießbar ist wenn es vorher abgekocht oder chemisch gefiltert wurde. In der Nähe der Gastfamilie gibt es einen kleinen Fluss, der vollkommen zugemüllt ist, sodass das Wasser darin mehr oder weniger giftig ist. Nichtsdestotrotz gibt es Menschen, die in diesem Fluss an manchen Stellen ihre Wäsche waschen.
Es besitzt auch nicht jeder eine eigene Toilette oder ein eigenes Bad, um sich zu Hause zu waschen. Dazu holt man sich dann Wasser in einem Eimer und wäscht sich dann neben dem Haus. In meiner Gastfamilie und in dem Kloster ist glücklicherweise beides vorhanden, allerdings gibt es auch hier gewisse Herausforderungen. So gab es in der Gastfamilie beispielsweise normale Kloschüsseln, aber kein Klopapier, da die Abflussrohre dafür teilweise nicht ausgelegt sind. Im Kloster dagegen darf ich Klopapier nutzen, allerdings gibt es hier wiederrum keine Kloschüsseln, sondern nur Löcher im Boden, über die man sich hockt. In beiden Fällen gibt es direkt neben den Klos einen Wasserhahn bzw. einen kleinen Duschkopf, mit dem man sich dann reinigen kann.

Hier in Nepal ist vor allem der Hinduismus sehr weit verbreitet. Man merkt, dass Religion das tägliche Leben der Menschen prägt und beeinflusst. So hatte meine Gastfamilie beispielsweise nicht nur in der Wohnung einige kleinere Statuen von hinduistischen Gottheiten, sondern auch im Dachgeschoss einen kleinen Schrein. An diesem Schrein wird täglich gebetet. Auch in der Stadt begegnet man immer wieder Schreinen und Stupas, wo die Menschen für einen kurzen Augenblick innehalten und beten. Zusätzlich gibt es hier zu fast allem eine mystische Geschichte. Davon dann beim nächsten Mal mehr ;)…