Ich musste gerade lachen, als ich mir den Titel für diesen Beitrag überlegt habe. „Bergfest“ passt hier natürlich super gut zu Nepal und der Landschaft. 😀
Mittlerweile ist die Hälfte meiner Zeit hier in Nepal um und in sechs Wochen geht es zurück nach Deutschland. Das heißt ich bleibe hier noch ca. vier Wochen im Kloster und gehe dann die letzten zwei Wochen nach Pokhara, um noch ein wenig Erlebnis- und Touri-Urlaub zu machen. Darauf freue ich mich auch schon ziemlich, da ich schon viele gute Dinge über die Trekking-Tour und den Ort selbst gehört habe. 😉
Auch wenn es an manchen Tagen etwas anstrengend ist, zu unterrichten, macht es mir viel Spaß hier zu sein. Und ich bin froh darüber, dass ich nicht nur hier im Kloster aktiv sein kann, sondern auch in der kleinen Schule hier im Dorf. Dadurch habe ich nämlich nicht nur Kontakt zu den Mönchen, sondern auch zu den Kindern und Erwachsenen hier in der Gegend. Viele kennen mich mittlerweile und wissen was ich mache und wo ich wohne. Dementsprechend werde ich auch häufig gegrüßt, vor allem natürlich von den Kindern. Es ist lustig wenn man irgendwo langgeht und aus dem Garten eines Hauses dann eine Kinderstimme ruft “Hello Daniel Müller”. So macht es dann auch Spaß, sich hier aufzuhalten, weil man das Gefühl hat, willkommen zu sein und vielleicht auch irgendwo schon ein wenig dazuzugehören. 🙂
Es ist auch erstaunlich wie schnell man sich an vieles gewöhnt. Während es zum Beispiel am Anfang meiner Zeit hier schwierig war, über die unebenen Wege zu gehen, komme ich mittlerweile ganz gut damit zurecht. Ich muss nicht mehr ständig auf den Boden gucken, um aufzupassen, dass ich nicht stolpere. Vielleicht sind aber auch einfach nur die Bänder in meinen Fußgelenken so ausgeleiert, dass es ihnen egal ist wohin sie treten. 😀
Am Anfang waren natürlich auch die hygienischen Verhältnisse gewöhnungsbedürftig, sodass es schwer vorstellbar war, dass es hier so lange aushalte. Mittlerweile habe ich mich aber auch damit arrangiert. Natürlich gibt es immer noch Momente wo ich mich über bestimmte Dinge wundere, aber die meiste Zeit nehme ich das einfach so hin. Und bisher bin ich hier im Kloster weder vom Essen noch von dem Wasser krank geworden, sodass ich mich darüber eigentlich nicht beschweren kann. 🙂
Ich erschrecke mich auch nicht mehr jedes Mal wenn mich ein Auto anhupt. Im Gegenteil: Ich bleibe mittlerweile genauso gelassen wie die Nepalesen und mache Platz so wie es die Situation gerade zulässt. Und wenn das heißt, dass es etwas länger dauert, weil ich nicht unmittelbar zur Seite springe, dann ist das eben so. 😉
Es ist hier auf jeden Fall sehr abenteuerlich und man erlebt immer wieder spannende Dinge. Ich bin gespannt was die nächsten sechs Wochen noch für mich bereithalten und werde davon natürlich auch weiterhin (so gut es geht) berichten.
Monatsarchiv: Januar 2014
Sir
Hier hat sich mittlerweile etabliert, dass mich alle “Sir” nennen. Ich vermute mal, dass es nicht an meinem sonst sehr ritterlichen Verhalten liegt, sondern, weil es sich die meisten wahrscheinlich einfacher merken können als „Daniel“ ;). Mir selbst fällt es auch sehr schwer, die Namen der Personen hier im Kloster und der Schule zu merken, da sie sehr fremd sind und man einfach so viele Leute kennenlernt.
Ich höre dementsprechend dann so was wie „Good morning, sir“, „How are you, sir?“, „Where are you going, sir?”“ usw. Wann immer ich „sir“ höre, fühle ich mich angesprochen und drehe mich um. 😀
In der Schule ist das etwas anders. Da haben sich manche Schüler meinen Namen gemerkt. Sogar meinen Nachnamen. Dafür werde ich da zum Teil mit einem Handkuss begrüßt. Nicht so wie man ihn aus romantischen Filmen kennt, wo der Handrücken nach oben gedreht wird und der Mann dann mit einem leichten Knicks einen Kuss auf den Handrücken haucht. Hier ist das dann so, dass ich zuerst die Hand von einem Kind schüttel und die Hand dann einen Kuss bekommt ohne den Handrücken nach oben zu drehen. Das ist auf jeden Fall sehr merkwürdig und ich weiß nicht so recht wie man dann auf so was reagiert. Ich sage dann immer artig „Danke“ und „Guten Tag“ (auf Englisch natürlich).
Dieser Handkuss ist vermutlich so was wie eine Ehrerbietung. Hier in Nepal gibt es noch ein Kastensystem. Und in diesem System, stehen die Lehrer sehr weit oben. Ich glaube sogar in der höchsten Kaste. Auch wenn das Kastensystem im Kloster nicht gilt, wird den älteren Mönchen und den Lehrern ebenfalls ein besonderer Respekt gezollt. Es gibt beispielsweise einen eigenen Tisch für die Lehrer und anderen Angestellten des Klosters, die dort dann getrennt von den jüngeren Mönchen essen. Viele ältere Mönche lassen sich das Essen auch von den kleinen Mönchen auf’s Zimmer bringen. Soweit ist es bei mir allerdings noch nicht und wird es auch nicht kommen. Ich werde weiterhin artig und selbstständig zum Essen gehen, wenn ich das Läuten dafür höre. 😉
Nicht nur das Vorhandensein des Kastensystems ist ein Unterschied zwischen dem Leben im Kloster und dem Leben außerhalb des Klosters. Das Kloster ist ein buddhistisches Kloster, während der Großteil der nepalesischen Bevölkerung hinduistisch ist. Während für Nepalesen der Samstag der höchste Wochentag ist und man zum Beispiel nicht zur Schule gehen muss, ist das innerhalb des Klosters der Sonntag, so wie bei uns. Das heißt während die Kinder in der Gemeindeschule Samstags frei haben, haben die Mönche Sonntags frei (Sonntags gehen die Kinder hier zur Schule). Und wenn ich das richtig verstanden habe, haben die Mönche hier im Kloster einen anderen Kalender als die Nepalesen. Und beide haben wiederum einen anderen Kalender als wir. Ist auf jeden Fall verwirrend. Ich richte mich aber nach wie vor nach unserem Kalender. Wenn ich jetzt damit anfange, nach nepalesischer Zeitrechnung zu gehen, komme ich wahrscheinlich ganz durcheinander. Die sind nämlich schon im Jahr 2070 oder so. 😉
Ein nächtlicher Besuch
Mein Zimmer hier im Kloster liegt im Erdgeschoss. Beziehungsweise je nachdem wo man steht, könnte es auch das erste oder zweite Untergeschoss sein. Das ist hier relativ, das das Kloster auf einem Hügel liegt und es mehrere Eingänge gibt, die in das Wohnheim führen. Der Eingang zu meinem Flur ist jedoch der allererste, an dem man vorbeikommt wenn man hier zum Kloster kommt. Man kann auf der einen Seite noch am Gebäude vorbeigehen und kommt dann unter anderem direkt an meinem Fenster vorbei. Daher sind die Fenster in meiner Etage auch vergittert. Zumindest ist das meine Vermutung, warum sich vor meinem Fenster Gitter befinden 😉
Die Tür vom Flur nach außen ist immer geöffnet. Auch nachts. Trotzdem können hier keine Personen rein, die nicht zum Kloster gehören, da an den meisten Stellen um das Kloster herum Stacheldraht gezogen ist und es ein bewachtes Eingangstor gibt, das ab halb acht geschlossen ist. Trotzdem wird man leicht nervös, wenn man hier im Dunkeln auf dem Flur steht und versucht, das Vorhängeschloss seiner Tür zu öffnen und man nur das Licht einer Taschenlampe hat, da mal wieder kein Strom da ist. Wenn ich dann in meinem Zimmer bin, kann ich die Tür von innen mit zwei kleinen Metallriegeln sichern. Die bieten aber auch nur Schutz, solange niemand ernsthaft versucht, in mein Zimmer zu kommen. Soviel zur Ausgangslage. Jetzt zur eigentlichen Geschichte:
Neulich Nacht bin ich durch ein Geräusch wach geworden. Ich war mir von Anfang an recht sicher, dass es aus meinem Zimmer kam. Ich war natürlich sofort hellwach und habe überlegt was es sein könnte. In dem Moment lag ich so, dass ich auf die Wand neben meinem Bett blicken konnte. Ich hätte mich also zuerst umdrehen müssen, um etwas zu sehen. Da es jedoch noch mitten in der Nacht war, hätte ich sowieso nichts ohne Taschenlampe erkennen können. Also habe ich erstmal gelauscht und parallel darüber nachgedacht was es sein könnte. Ich war mir ziemlich sicher, dass ich einen Menschen ausschließen konnte, da ich dann vorher schon die Geräusche von der Tür oder der Demontage des Gitters hätte hören müssen ;). Ein Hund konnte es demnach auch nicht sein. Es gibt ein paar, die hier frei auf dem Gelände rumlaufen, aber ich glaube nicht, dass die sich in mein Zimmer trauen. Ein Hund hätte ebenfalls Tür oder Fenster überwinden müssen. Also musste es etwas Kleineres als ein Hund und ein Mensch sein.
Auch die Geräusche deuteten auf etwas Kleineres hin. In meinem Zimmer befindet sich noch ein zweites Bett, wo ich meine alltäglichen Gegenstände und einen Teil meiner Kleidung liegen habe. Unter anderem lag da auch eine Packung Kekse und ein paar Äpfel. Und die Geräusche, die ich hören konnte, kamen von den Tüten die da ebenfalls lagen.
Ich lag noch immer so wie ich wachgeworden war. Mir war klar, dass wenn ich mich zuviel bewegen würde, sich der nächtliche Besuch verstecken würde oder verschwinden würde. Wenn ich also sehen wollte, was es ist und woher es kam, musste ich sehr schnell sein während ich mich umdrehe und zu der Taschenlampe am Boden greife, diese einschalte und dann den Raum ableuchte. Der Griff in die Schwärze zu meiner Taschenlampe hat mich dann noch einiges an Überwindung gekostet bis ich meinen Plan dann tatsächlich umgesetzt habe. Wie ich erwartet hatte, war ich jedoch zu langsam.
Meine Vermutung war, dass es sich bei dem Besuch entweder um eine Ratte oder eine Maus handeln musste. Ratten gibt es hier auf Grund der Müllsituation bestimmt massenhaft. Und Mäuse sicherlich auch. Ich hatte dann noch geguckt wie das Tier in mein Zimmer gekommen sein könnte und habe einen kleinen Spalt unter der Tür entdeckt. Unter der Tür ist insgesamt ein größerer Spalt, der jedoch schon vor meiner Ankunft mit Pappen abgeklebt war. Nur ganz am Rand, war die Pappe nicht richtig befestigt, sodass sie dort etwas nachgab.
Am nächsten Abend hatte ich mir die Taschenlampe auf dem Bett zurecht gelegt, da ich davon ausgegangen war, dass in der Nacht eventuell erneuter Besuch kommt. Und so war es dann auch. Im Prinzip war es genauso wie in der Nacht davor, nur dass ich dieses Mal mit der richtigen Blickrichtung wach geworden bin, meine Taschenlampe griffbereit lag und ich genau wusste, wo ich gucken konnte, um meine Theorie zu bestätigen. Und tatsächlich ist dann eine Maus durch diesen kleinen Spalt geschlüpft. Ich glaube zumindest, dass es eine Maus war. Da ich in der Nacht selbst keine Lust hatte aufzustehen und etwas zu dagegen zu unternehmen, habe ich mich wieder hingelegt, um die letzten Stunden der Nacht noch schlafend zu verbringen. 😉
Am nächsten Tag habe ich dann den Spalt mit Tape (leider kein Megaband) geschlossen und seitdem steht jede Nacht noch ein Schuh von mir an besagter Stelle, um der Maus ja keine Chance mehr zu lassen, in mein Zimmer zu kommen. 🙂
Müllprobleme
Hier in Nepal ist Müll so eine Sache. Man sieht ihn überall. In Kathmandu gab es Büsche oder Flecken, wo sich wilde Mülldeponien entwickelt hatten. In eine davon hatten sich sogar zwei Kühe verirrt und haben nach Futter gesucht. Hier auf dem Land sieht man weniger Müll, da hier ja auch weniger Leute wohnen, dennoch fällt es einem auf. Auf den Gehwegen liegen Verpackungen von diversen Produkten, ebenso in Gebüschen und am Straßenrand. So etwas wie eine Müllabfuhr gibt es hier wohl nicht. Oder man muss dafür soviel bezahlen, dass es sich die meisten Leute nicht leisten können.
Auch im Kloster fällt auf, dass sehr viel Müll herumliegt, obwohl es auf den Fluren Mülleimer gibt. Sogar in meinem Zimmer befindet sich ein kleiner Plastikeimer, den ich hier als Mülleimer benutze. Wobei ich nicht genau weiß, ob der dafür gedacht ist. Hier in meinem Zimmer liegt auch ein dicker Stock, dessen Nutzen ich noch nicht herausgefunden habe. 😉 Jedenfalls findet man hier neben den Wegen Müll und auch auf den Fluren im Gebäude. Essensreste findet man oft im Waschbecken im Badezimmer. Und zwar so, dass der Abfluss verstopft und sich das Wasser staut. Neben dem Großreinemachen einmal im Monat gibt es auch kleinere Putztrupps, die alle paar Tage für etwas Sauberkeit sorgen. Bis dahin steht aber das Wasser dann im Waschbecken und sammelt sich da weiter an.
Wie die Müllentsorgung hier im Kloster genau funktioniert, konnte ich übrigens neulich beobachten. In der Küche fällt einiges an Biomüll an, vom vielen Gemüseschälen. Der wird erst in großen Eimern gesammelt. Wenn der Eimer voll ist, wird dieser dann nach draußen getragen zu einem großen Deckel über einem Betonschacht. Am untern Ende des Betonschachts verläuft ein Rohr. Keine Ahnung wo das hinführt. Aber da wurde all das Zeugs reingekippt. Was mit dem restlichen Müll passiert, weiß ich nicht. Kann sein, dass das da auch reinkommt.
Beim Großreinemachen wurde übrigens auch ein Abfluss freigemacht, der aus Richtung der Küche kommt. Im Küchenbereich gibt es eine Art Waschstelle, wo man Teller, Töpfe und so weiter spülen kann. Auf der Außenseite des Gebäudes gibt es ebenfalls Waschhähne, wo die Mönche ihre eigenen Schalen und Teller und waschen. Das heißt, dort wird einiges an Reis aus Tellern und Schalen gespült. Dieses Wasser geht dann eine Rinne entlang, wo es dann an einer Stelle etwa 2 Meter herunterfällt, um dann ebenerdig mit der Ausfahrt weiter zu fließen. Diese Stelle vor dem 2-Meter-Sturz war aber anscheinend verstopft und wurde dementsprechend wieder frei gemacht. Keine Ahnung wie lange das nicht gemacht wurde. Es wurde jedenfalls viel Reis aus der Rinne geschaufelt und es hat richtig ekelig gestunken. Ich war froh, dass ich das aus der Entfernung beobachten konnte. 😉
In Privathäusern wird der Müll übrigens meistens vernichtet, in dem man alles auf einen Haufen legt und den Haufen dann anzündet. Oder das Zeugs kommt in eine Tonne und wird dort angezündet. Ich kann hier von meinem Fenster aus über ein Tal voller Reisfelder blicken, zu einer kleineren Stadt auf der gegenüberliegenden Seite. Da sieht man dann immer ganz gut die Rauchschwaden über der Stadt wabern. Ich passe da jedenfalls immer gut auf, wenn ich an so einem brennenden Haufen vorbeilaufe, damit ich nicht direkt durch den Qualm laufe. Brennender Müll soll ja recht ungesund sein. 😉
Knete, Zaster und Moneten
Für die Kinder in der Gemeindeschule ist alles, das ich mache, wahnsinnig interessant. Wenn ich ein Buch für den Unterricht raushole, das die Kinder vorher noch nicht gesehen haben, wollen alle sofort wissen was das ist und ob sie es sich angucken dürfen. Neulich habe ich meine Kamera mitgenommen, weil ich ein paar Fotos machen wollte, während die Kinder in ihrer Pause spielen. Nach kurzer Zeit wurde ich aber von einer Kinderschar umringt, die die Fotos sehen wollten, die ich bisher so gemacht habe. Es gab ein dichtes Gedränge um mich herum und alle haben die Kamera und die Fotos bewundert. Manche haben sogar die Gegenden erkannt, die ich fotografiert habe, sodass die Begeisterung dann noch größer war. 🙂
Da ich nicht aus Nepal komme, ist natürlich auch ein großes Interesse an allem da, was mit meiner Heimat zu tun hat. Wie ich bereits berichtet habe, wollten viele wissen, wie meine Familie heißt. In meiner Englisch-Klasse habe ich auch Fotos von zu Hause gezeigt. Da waren alle sehr beeindruckt, weil die Landschaft und die Häuser natürlich sehr anders aussehen als sie es von Nepal kennen. Auf einem Bild war das Wiehengebirge zu sehen. Und obwohl hier in Nepal jeder kleine Hügel höher und steiler als das Wiehengebirge ist, fanden alle das Bild sehr schön. 😉
Ich habe den Kindern auch auf einer Karte Deutschland und Nepal gezeigt. Das fanden die Kinder auch sehr interessant und alle haben sich darum gestritten, den besten Platz vor der Karte zu haben. Da musste ich dann zwischendurch ermahnen, dass ich kein Geschubse sehen möchte und dass jeder mal gucken kann. 😀
Die Kinder der einen Klasse hat auch interessiert was denn das Nationaltier von Deutschland ist. Da habe ich dann gesagt, dass das der Bundesadler ist, der sich ja in unserem Wappen befindet. Das fanden die Kinder komisch, denn hier in Nepal ist das Nationaltier die Kuh. Die Kuh gilt bei Hindus als heilig. In Kathmandu habe ich beispielsweise freilaufende Kühe mitten auf einer großen Verkehrsstraße gesehen. Deswegen war es wahrscheinlich schwer für die Kinder zu verstehen, dass unser Nationaltier ein Vogel ist. Ich habe dann versucht, dass es bei uns in Deutschland eher ein Symbol ist und keinen großen Raum in unserem alltäglichen Leben einnimmt. 😉
Was die Kinder natürlich auch sehen wollten, waren Euros. Ich glaube fremde Währungen findet jedes Kind ab einem gewissen Alter super interessant, egal aus welchem Land das Kind ist. Ich hatte noch ein paar Euros dabei und habe den Kindern dann eine 1€-Münze und einen 50€-Schein gezeigt. Auch hier wollte jeder unbedingt einmal beides in den Händen halten und von allen Seiten betrachten. Als dann die Frage kam, wie viele Rupien das sind, ist mir aufgefallen, dass das vielleicht nicht so klug war, den 50€-Schein zu zeigen. Umgerechnet sind das nämlich 6750 Rupien. Als ich den Kindern das gesagt habe, sind die fast vom Stuhl gefallen, weil die wahrscheinlich noch nie in ihrem Leben so viel Rupien gesehen oder in den Händen gehalten haben. Ich kann leider nicht genau einschätzen, wie weit man mit diesem Geld kommen würde. Aber an den Reaktionen der Kinder konnte man sehen, dass das verdammt viel Geld für die ist.
Nachtrag: Mal zum Vergleich: Ein Glas Marmelade habe ich mir hier für weniger als einen Euro gekauft. Die Schulbücher, die es im Kloster in der Bibliothek gibt, kosten umgerechnet weniger als 3 Euro.
